Spiritualität oder Glaube?

Spiritualität oder Glaube

Der Artikel beschäftigt sich mit der Frage ob Spiritualität für Christen dieselbe Bedeutung hat wie in der Esoterik.

Ohne Korrektiv – Wenn führende Christen sanft in die Esoterik hinübergleiten ohne es zu merken.

christliche EsoterikerHeute überrollen Angebote von Meditation und Atemübungen die christlichen Gemeinden. Auf einer Website-Präsentation im Mai von ERF Medien (früher Evangeliumsrundfunk) ging es um „Christliche Meditation für Anfänger„. lm dort empfohlenen Buch von Jan Johnson heißt es: „Viele sehnen sich nach einer Belebung ihrer Stillen Zeit und neuen Impulsen“. Aber wie soll Belebung der Stillen Zeit aussehen? Der ERF-Artikel unterscheidet zunächst zu Recht zwischen dem Nachsinnen über Gottes Wort (s. Psalm 1,2) und der Methode, den Verstand abzuschalten wie in fernöstlichen Versenkungsmeditationen. Sinnvoll sind auch Hinweise, dass es im Christentum nicht um Weltflucht, sich besser fühlen, leistungsfähiger oder gesünder zu sein, geht. Gott sei auch keine Energiequelle, über die man verfügen könne. Hier gehen namhafte andere Christen wie der Benediktiner-Pater Anselm Grün und der US-Baptistenpastor und spirituelle Heiler Peter Scazzero viel weiter, indem sie meinen, das Erfahren der Gegenwart Gottes geschehe durch kontemplative Gebetspraktiken, zu denen u.a. auch das Wiederholen bestimmter Gebetsformeln gehört.

Verführung der Christen: Sarah Young verbreitet die unbiblische Lehre der Spiritualität

Sarah YoungDieses Wiederholen wird auch spirituelles Atmen genannt. Die in evangelikalen Kreisen sehr bekannte Autorin Sarah Young beschreibt „Jesus“ beispielsweise so.: „Atme meine Gegenwart in tiefen Zügen ein” oder „Sauge das Licht meiner Gegenwart in dich auf“. Jesu Worte über das Wirken des Heiligen Geistes widersprechen in Joh 3,8 dem Verfügungsgedanken, denn es heißt dort: „Der Wind (sprich Geist) weht, wo er will.“ Die Belebung der Stillen Zeit hat aber eine allgemeine Zielrichtung. Jan Johnson schreibt: „Viel mehr als um reines Textverständnis geht es darum, eine direkte Begegnung mit Jesus Christus zu haben.“ Bei allen Angeboten steht die Erfahrung von Gottes Gegenwart zentral. Die Autorin des ERF-Artikels hatte zwar auf einen Bibeltext meditiert, meinte aber: „Doch ich bin davon überzeugt, dass ich Gott ähnlich begegnen kann, wenn ich durch die Natur spaziere und ihn einlade, mit mir zu sprechen. Egal wie, die Hauptsache ist, dass es eine Zeit gibt, in der Gottes Stimme wahrgenommen werden kann.“ (siehe auch hier)

Wo Spiritualität die Bibel ersetzt

Geistliche MystikDamit vollzieht sie eine problematische Gleichstellung von Gottes sicherem Reden in der Bibel und den unsicheren Quellen wie Stimmen, Bilder oder Natur, durch die Gott eventuell reden kann. Vor einer zunehmenden Erfahrungsorientierung in evangelikalen Kreisen warnt der Verein Gateway e.V. schon lange. Gateway wurde von dem ehemaligen Buddhisten Martin Kamphuis und seiner Ehefrau und ehemaligen Esoterikerin Elke Kamphuis gegründet. Der diesjährige 15. Freundestag stand unter dem Thema „Spiritualität oder Glaube“. Die Grundlagen des heutigen Verständnisses und der Praxis der Spiritualität liegen in der Esoterik. Darin ist Spiritualität einerseits ein allen Religionen übergeordnetes und andererseits ein innerweltliches Phänomen. Das zeigt sich in der Betonung des Hier und Jetzt. Der biblische Glaube richtet sich dagegen auf Gott, den Vater, dessen Reich im Himmel, also außerweltlich ist. Hier liegt die Betonung auf einer erst noch kommenden Herrlichkeit. Aufgrund dieser Unterschiede schließen sich die heutige Auffassung der Spiritualität und der biblische Glaube gegenseitig aus, so Martin Kamphuis in seinem Vortrag auf dem Freundestag. Mit allem Streben nach dem Erfahren der Gegenwart Gottes oder des direkten Hörens seiner Stimme, so Kamphuis, drohe der Bezug zu dem von Gott gegebenen Grund unseres Glaubens, der Bibel, in den Hintergrund zu treten oder, noch schlimmer, gar verloren zu gehen. Die im Neuen Testament der Bibel erwähnten Korinther, die aus einem heidnisch esoterischen Hintergrund kamen und deshalb immer noch auf Erfahrung ausgerichtet waren, mussten von Paulus gewarnt werden: „… denn wir wandeln durch Glauben, nicht durch Schauen” (2. Kor 5,7). Diese Warnung gelte heute mehr denn je, so der Ex-Buddhist.

Quelle: TOPIC Juni 2018, Herausgeber Ulrich Skambraks

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1 Kommentar

  1. Hallo, guten TAG
    eine Frage zu dem Satz, bzgl.Spiritualität und Glaube:

    ….denn wir wandeln durch Glauben, nicht durch Schauen”

    Gott will durch uns wirken, meint es hier in diesem Fall, bzgl. Spiritualität, dass wir beten sollen und abwarten sollen und nicht meinen, dass wir die Lösung schon sehen, in Dingen, die wir dann unmittelbar sehen `?

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